21 Mai Auf den Kilimandscharo – Eine Reise, die bleibt (Teil 1)
Kapitel 1: Vorbereitung und Anreise
Nun ist es schon eine Weile her , dass wir den Kili bezwungen haben. Hiermit will ich nachholen, euch einen Bericht davon zu geben. Das Vorhaben selbst war schon einige Jahre ein großer Traum von mir. Nachdem die Corona-Pandemie meine Pläne zuletzt vereitelt hatte, sollte es sich nun im Januar endlich fügen, dass wir uns zu sechst auf den Weg zur Spitze des höchsten Bergs Afrikas machten.
Der Kilimandscharo gilt als einer der am besten zugänglichen hohen Berge der Welt – und ist gleichzeitig eine echte Herausforderung. Wer den Aufstieg plant, sollte die logistischen, klimatischen und körperlichen Anforderungen nicht unterschätzen. Auch wenn keine technischen Kletterkenntnisse nötig sind, verlangt der Berg Konzentration, Kondition – und Vorbereitung.
Landung in einer anderen Welt
Der Startpunkt unserer Reise lag im deutschen Winter. Am 1. Januar abends ging der Flug über Doha nach Tansania. Am darauffolgenden Nachmittag landete die Gruppe am Kilimanjaro International Airport, zwischen Moshi und Arusha. Dort begann die klimatische Umstellung sofort: tropische Temperaturen, feuchte Luft, grüne Hügellandschaft. Schon aus dem Flugzeugfenster war zu sehen, wie fruchtbar diese Region ist – mit Kaffeeplantagen, Bananenstauden und dichtem Wald.
Das Hotel, in dem die Gruppe zwei Nächte vor dem Aufstieg untergebracht war, lag etwas außerhalb von Moshi. Ein ruhiger Ort, ideal, um sich zu akklimatisieren. Und das nicht nur im Hinblick auf die spätere Höhe, sondern auch auf Temperatur, Rhythmus und Umgebung. Bei etwa 30 Grad Außentemperatur bot es sich an, nicht direkt am nächsten Tag aufzubrechen. Einige andere Reisende, die direkt aus dem Flieger zum Berg starteten, hatten sichtbar damit zu kämpfen.
Die Tage vor dem Aufstieg wurden genutzt, um sich mit der Umgebung vertraut zu machen, letzte Ausrüstungsfragen zu klären und das Gepäck zu prüfen. Vor dem Start der Tour fand eine ausführliche Einweisung durch die lokale Crew statt. Die Guides und Koordinatoren gingen die Packliste mit jeder und jedem Teilnehmer einzeln durch. Fehlende Ausrüstungsgegenstände – etwa eine Regenhose – konnten unkompliziert vor Ort geliehen werden.
Das war auch sinnvoll: Die Route führte durch mehrere Klimazonen, beginnend im tropischen Regenwald. Und der macht seinem Namen häufig alle Ehre. Die Entscheidung, das Team schon zwei Tage vor dem Aufstieg zusammenzubringen, erwies sich als sehr hilfreich – nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich. In aller Ruhe konnten letzte Fragen geklärt, Erwartungen ausgesprochen und erste Eindrücke geteilt werden.
Einer dieser Tage wurde genutzt, um die Umgebung auf dem Fahrrad zu erkunden. Die Mountainbikes wurden kurzerhand mit dem Moped direkt zum Hotel geliefert – eine Szene, die für viele von uns sinnbildlich für die Improvisationskunst und den Pragmatismus vor Ort stand. Für etwa 50 Dollar pro Person organisierte die lokale Agentur eine geführte Tour durch das tansanische Hochland – vorbei an Kaffeeplantagen, kleinen Dörfern und Schulkindern am Straßenrand. Der Anstieg war bei über 30 Grad schweißtreibend, aber die Abfahrt dafür umso lohnender.
Ein gelungener Kontrast vor dem großen Aufbruch.
Mit dem Überblick über die Tour, das Gepäck gepackt und der Ausrüstung komplett, ging es schließlich los – in Richtung Berg.







