Auf den Kilimandscharo – Eine Reise, die bleibt (Teil 3)

Kapitel 3: Höhenanpassung und Landschaftswandel

 

Herausforderungen auf der Strecke

Nach einem wichtigen Akklimatisierungstag brechen wir am vierten Trekkingtag zum berühmten Lava Tower auf, einem markanten Felsmonolithen auf etwa 4.600 Metern Höhe. Die Landschaft verändert sich drastisch: Kaum Vegetation, steinige Pfade und immer dünnere Luft. Die Höhenmeter machen sich bemerkbar. Unser Guide erinnert uns ständig daran, langsam und bewusst zu gehen – „Pole Pole“, wie man auf Suaheli sagt, was so viel bedeutet wie „langsam, langsam“.

Am Lava Tower angekommen, verweilen wir dort zur Mittagszeit, um uns besser an die Höhe zu gewöhnen. Der Appetit lässt nach, aber es ist wichtig, trotzdem etwas zu essen und genug zu trinken. Der Abstieg ins nächste Camp auf 3.900 Metern fällt anschließend überraschend leicht, da sich unsere Körper bereits auf die größere Höhe eingestellt haben. Das Camp befindet sich in einer landschaftlich beeindruckenden Zone mit großen, bizarr anmutenden Pflanzen, die nur in dieser Höhenlage gedeihen.

Die berühmte Barranco-Wand

Am fünften Tag steht die berüchtigte Barranco-Wand bevor. Von weitem wirkt sie nahezu unüberwindbar, aber Schritt für Schritt schaffen wir den Aufstieg. Die Route erfordert diesmal kleinere Klettereinlagen – eine spannende Abwechslung zum bisherigen Wandern. Oben angekommen, genießen wir einen spektakulären Blick über das Wolkenmeer und das Camp, das wir hinter uns gelassen haben.

Im Barranco Camp, auf etwa 3.950 Metern gelegen, spürt man bereits deutlich die zunehmende Erschöpfung. Doch das Ziel, der Gipfel des Kilimandscharo, rückt näher, und das gibt uns Kraft und Motivation. Die Stimmung bleibt trotz aller Herausforderungen gut und hoffnungsvoll.

Vorbereitung auf die Gipfelnacht

Der sechste Tag führt uns ins Karanga Camp auf rund 4.000 Metern. Dieser Tag dient erneut der Akklimatisierung und der Vorbereitung auf den finalen Gipfelsturm. Unsere Guides überwachen weiterhin gewissenhaft unseren Gesundheitszustand. Jeder Schritt kostet jetzt mehr Kraft, jeder Atemzug scheint bewusster zu erfolgen.

Den Nachmittag verbringen wir damit, uns mental und körperlich auf den entscheidenden Gipfelanstieg vorzubereiten. Die Guides geben letzte Anweisungen und motivierende Worte mit auf den Weg. Wir alle spüren, dass die nächsten Stunden entscheidend sein werden – die Nacht, in der wir den höchsten Punkt Afrikas erreichen wollen.

Timo Horn
timo@hornevents.de